Fit und verkehrssicher

Ob Sie zu Fuß gehen, das Fahrrad benutzen oder mit dem Auto fahren: Für Ihre persönliche Sicherheit im Straßenverkehr sollten Sie gut sehen und hören können. Mit den Jahren wird das Gesichtsfeld kleiner, so dass Dinge, die sich an den Rändern des Blickfeldes abspielen, schlechter erkannt werden. Außerdem nimmt die Sehkraft bei Dämmerung ab, während gleichzeitig die Blendempfindlichkeit zunimmt. Das ist ganz normal, erfordert aber eine erhöhte Vorsicht.

Allgemein wird empfohlen, ab dem 50. Geburtstag alle drei Jahre beim Optiker oder Augenarzt einen Sehtest machen zu lassen. Ab dem 60. Lebensjahr dann alle zwei Jahre. Die möglicherweise notwendige Sehhilfe sollte auch beim Sport optimale Sichtverhältnisse bieten. Dazu gehören: Mehrfach entspiegelte Qualitätsgläser, eine Fassung mit großem Blickfeld und schmalen, hoch angesetzten Bügeln.

Die persönliche Sicherheit im Straßenverkehr braucht allerdings mehr als gute Augen und Ohren. Um jederzeit ausreichend schnell reagieren zu können und komplexe Verkehrssituationen vorauszusehen, sollten Sie vor allem körperlich fit sein.

Bewegung schafft Sicherheit

Bewegung schafft Sicherheit

Was man als Kind gelernt hat, muss man sich im Alter erhalten. Mehr als die Hälfte aller Schulwegunfälle passieren, weil Kinder ausrutschen, stolpern oder umknicken. Die meisten Stürze gehen auf das Konto ihres noch ausreichend entwickelten Gleichgewichtssinns.

Zusammenstöße haben ihre Ursache oft in der eingeschränkten Reaktionsfähigkeit der Kinder. Meist sind sie noch nicht in der Lage, eigene Bewegungen mit denen anderer zu koordinieren. Bei Stürzen können sie sich häufig nicht richtig mit den Händen abfangen und schlagen deshalb mit dem Kopf auf.

Vieles davon gilt auch für Frauen und Männer jenseits der 50, die sich oft zu wenig bewegen. Fehlende sportliche Aktivität führt mit der Zeit dazu, dass vor allem der Gleichgewichtssinn sowie die Bewegungskoordination leidet. Außerdem verlangsamen sich die körperlichen Reflexe. Die Gefahr, sich bei einem Sturz zu verletzen, steigt in dem Maße, je mehr die Knochen „einrosten“.

Motorische Fähigkeiten

Nun sollten Sie den Aufenthalt im Freien aus Angst vor Unfällen keineswegs möglichst bewegungsarm gestalten. Im Gegenteil. Durch ein Mehr an Bewegung können Sie Ihre motorischen Fähigkeiten trainieren und auch für lange Zeit erhalten. Mehr Bewegung stellt deshalb weniger ein Unfallrisiko dar als einen Beitrag zur Unfallvermeidung.

Im Prinzip eignet sich jede Sportart, die Ihnen Spaß macht, um Ihre allgemeine Fitness zu trainieren. Regelmäßiges Wandern, Radfahren, Schwimmen, Gymnastik und Ballspiele aller Art vereinen sehr gut all jene Effekte, die jenseits der 50 immer wichtiger werden: Ausdauer, Muskelkraft, Gleichgewichtssinn und die Koordination von Bewegungsabläufen. Nicht zuletzt erhalten sie auch die geistige Frische.

Fit und verkehrssicher: Selbsttest

Mit Hilfe der folgenden Checkliste des Deutschen Verkehrsicherheitsrats können Sie Ihre geistige und körperliche Fitness für den Straßenverkehr überprüfen.

  1. Fühlen Sie sich heute nur wenig körperlich und geistig frisch?
  2. Ist Ihr Wohlbefinden durch Kummer, Ärger oder Schmerzen beeinträchtigt?
  3. Haben Sie in letzter Zeit öfter Schwierigkeiten, mehrere Dinge im Straßenverkehr gleichzeitig zu beachten?
  4. Finden Sie Autofahren (oder Radfahren) in letzter Zeit zunehmend anstrengend?
  5. Waren Sie in den letzten Wochen krank? Wenn ja, fühlen Sie sich heute noch nicht wieder wie vor der Erkrankung?
  6. Leiden Sie an Atemnot, Engegefühl in der Brust bei Aufregung oder körperlicher Anstrengung, Schwarzwerden vor den Augen?
  7. Können Sie beim Spurwechsel und Einparken nicht problemlos nach hinten schauen?
  8. Leiden Sie an Schwindel- oder Krampfanfällen?
  9. Nehmen Sie Medikamente, die müde machen oder Ihr Seh- und Reaktionsvermögen beeinträchtigen?
  10. Sind Ihr Blutzucker und der Blutdruck zurzeit nicht befriedigend eingestellt?
    (Quelle: DVR)

Wenn Sie eine oder mehrere dieser Fragen mit Ja beantworten müssen, ist es besser, Ihren Wagen oder Ihr Fahrrad an diesem Tag stehen zu lassen. Außerdem wäre es gut, fortan mehr für die Fitness zu tun. Bei einem Ja auf die Fragen 6, 7 und 8 sollten sie – falls noch nicht geschehen – einen Arzt zu Rate ziehen.

Längere Autofahrten

Sind Sie mit dem Auto unterwegs, empfiehlt es sich, Verkehrsstoßzeiten zu meiden und lieber landschaftlich schöne Strecken zu wählen – auch wenn damit ein kleiner Umweg gegenüber monotonen Strecken verbunden ist.

Alle zwei Stunden tut eine Pause gut, die Sie für eine belebende Gymnastik nutzen können:

  • Recken Sie die Arme und den Oberkörper und atmen Sie drei Mal tief ein und aus.
  • Gehen oder laufen Sie drei Minuten langsam beginnend auf der Stelle und schütteln Sie anschließend die Beine aus.
  • Legen Sie Ihre Fingerspitzen auf die Schultern und lassen Sie die Schultern und Ellenbogen langsam vor- und zurück kreisen.

Rad fahren: Auf die Einstellung kommt es an

Wenn Sie Ihr Fahrrad als tägliches Fortbewegungsmittel nutzen, tun Sie viel für Ihre Fitness und Ausdauer. Außerdem werden dabei die Hüft- und Kniegelenke nur wenig beansprucht – vorausgesetzt, Ihr Gefährt ist richtig eingestellt.

Die richtigen Einstellungen

Damit das Rad fahren nicht ins Kreuz geht, hat die „Aktion Gesunder Rücken e.V.“ (AGR) Empfehlungen für die individuelle Anpassung eines Fahrrads formuliert. Bei einem richtig eingestellten Fahrrad sind alle der folgenden Komponenten aufeinander abgestimmt.

Lassen Sie sich am besten in einem Fachgeschäft beraten, wo man die vielleicht notwendigen Veränderungen an Ihrem Fahrrad fachgerecht vornehmen kann.

Sattelhöhe

Der Sattel sollte so eingestellt sein, dass die Beine beim Fahren nicht vollständig durchgedrückt werden müssen. Setzt der Fußballen an der tiefsten Stellung des Pedals auf, sollte das Bein leicht gebeugt sein. Wer deutlich unterschiedlich lange Beine hat, kann mit verschieden dicken Pedalen ausgleichen.

Sattelposition

Ein rückenfreundlicher Sattel ist nicht nur gut gepolstert, um Stöße auf unebenem Boden abfedern zu können. Er lässt sich auf der Sattelstange auch vor- und zurückschieben. Die Sattelposition ist optimal, wenn das Knie bei waagerechter Pedalstellung genau über dem Tretlager des Pedals steht.

Lenkerhöhe

Um Rückenbeschwerden vorzubeugen wird eine möglichst aufrechte Sitzhaltung empfohlen. Stellen Sie die Lenkerhöhe also so ein, dass Sie entspannt sitzen und das Gefühl haben, Ihre Kraft gut auf die Pedale übertragen zu können. Anfahren sollte man stets mit einem niedrigen Gang.

Lenkerneigung

Von der Neigung des Lenkers hängt die Haltung der Hände beim Fahren ab. Der Lenker sollte so eingestellt sein, dass die Handgelenke nicht zu sehr abknicken. Anderenfalls können Taubheitsgefühle in den Händen auftreten.

Sattelneigung

Die waagerechte Stellung des Sattels gilt im Allgemeinen als optimal. Beim aufrechten Sitzen sollte man weder nach hinten noch nach vorn rutschen. Verspürt man bei längeren Fahrten ein Druckgefühl auf die Genitalien, neigt man den Sattel am besten nicht nach vorn, sondern ein wenig nach hinten.

Die Sitzlänge

Mit der Sitzlänge ist der Abstand zwischen Sattel und Lenker gemeint. Gut ist, was sich auf die Dauer als bequem erweist.

Das richtige Fahrrad

Für ältere Freizeitradler haben sich Fahrräder bewährt, die gut gefedert sind und einen niedrigen Durchstieg ermöglichen (anders als die klassischen Herrenräder ‚mit Stange’.) Breitere Reifen verbessern die Balance, ein Rahmen aus Alu verringert das Gewicht.

Eine gefederte Sattelstange, die sich auf das jeweilige Körpergewicht einstellen lässt, ist rückenfreundlicher als ein Sattel mit aufwendiger Federung.

Es empfiehlt sich, ein Rad mit Nabenschaltung und einem leicht zu bedienenden Drehgriff zu wählen. Von Vorteil ist auch, wenn Ihr Fahrrad sowohl über einen Rücktritt als auch zwei Handbremsen verfügt. Besonders wichtig ist das tadellose Funktionieren der Vorderbremse, denn sie entscheidet, wie kurz der Bremsweg ist.
Zu guter Letzt gehören zu einem sicheren Fahrrad ein stabiler Gepäckträger, ein Kleiderschutz um das Hinterrad, ein geschlossener Kettenkasten sowie ein einfach zu bedienender und leicht gängiger Dynamo.

Wenn Radfahrer an einem Verkehrsunfall beteiligt sind, erleiden sie in fast 90 Prozent aller Fälle eine Kopfverletzung. Nur ein Helm kann Sie davor schützen. Gute Helme erkennen Sie an der EU-Norm EN 1078. Lassen Sie sich im Fachhandel beraten und den Helm richtig anpassen.

Umsichtig fahren

Die „Deutsche Verkehrswacht“ gibt in dem Ratgeber „Fit bleiben im Straßenverkehr“ wertvolle Tipps, wie Sie sich mit dem Rad sicher im Straßenverkehr bewegen können:

  • Benutzen Sie Radwege und meiden Sie lebhafte Straßen und Fahrten im Berufsverkehr.
  • Tragen Sie bei Dämmerung, Dunkelheit und schlechter Sicht helle Kleidung – am besten mit reflektierenden Accessoires oder Klett-Reflexstreifen/Klammern. So werden Sie früher und besser gesehen.
  • Sollten Sie sich in bestimmten Verkehrssituationen unsicher fühlen, ist es besser, abzusteigen.
  • Zeigen Sie Richtungswechsel rechtzeitig und deutlich an. Geben Sie auch Handzeichen, wenn Sie plötzlich bremsen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie sich nicht im „toten Winkel“ eines abbiegenden Autos befinden.
  • Wenn Sie an parkenden Autos vorbei fahren, müssen Sie damit rechnen, dass plötzlich eine Wagentür aufgerissen wird.
  • Einkaufstaschen und Lasten gehören in Satteltaschen oder einem Korb auf dem Gepäckträger, nicht an den Lenker.
  • Halten Sie Blickkontakt zum Autofahrer, bevor Sie eine Straße überqueren. Damit können Sie sicher sein, dass er Sie gesehen hat.
  • Fahren Sie vorausschauend und vermeiden Sie Hektik und Eile – auch wenn Sie dadurch zu einem Termin zu spät kommen.

Wie fühlen Sie sich?

Wer mit dem Rad fährt, sollte den Drahtesel sicher beherrschen. Dazu gehören Fähigkeiten wie enge Kurven fahren, eine engere Spur ohne Schwankungen halten und unvorhergesehen bremsen zu können.
Sind Sie gesundheitlich angeschlagen, nehmen Sie starke Medikamente oder haben Sie Alkohol getrunken (wer betrunken Fahrrad fährt, riskiert den Führerschein!), sollten Sie aufs Radfahren verzichten.

Weitere Tipps und Informationen erhalten Sie beim
Bund Deutscher Radfahrer
Otto-Fleck-Schneise 4
60528 Frankfurt
Tel. 069/9678000
www.bdr-online.org
E-Mail: info(at)bdr-online.org

Links und Literatur zum Thema

Weitere Informationen zum Themenfeld "Verkehrssicherheit und Fitness" erhält man bei der Deutschen Verkehrswacht und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat.

Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V. (DVR)
Beueler Bahnhofsplatz 16
53222 Bonn
Telefon: (0228) 40001-0
Telefax: (0228) 40001-67
www.dvr.de

Deutsche Verkehrswacht
Budapester Straße 31
10787 Berlin
Germany
Tel: 030 / 516 5105 – 0
Fax: 030 / 516 5105 – 69

E-Mail: kontakt@dvw-ev.de

www.deutsche-verkehrswacht.de

Zum Weiterlesen zu empfehlen:

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