Warum Sport ab 50 besonders gesund ist – wissenschaftliche Belege

In der zweiten Lebenshälfte sind Sport und Bewegung zusammen mit einer ausgewogenen Ernährung der einzige wissenschaftlich gesicherte Weg, den schleichenden Funktionsverlust der inneren Organe, Sehnen, Gelenke, Bandscheiben und Wirbel zu verlangsamen. Sport verringert zudem deutlich den Abbau der geistigen Kräfte. Selbst bei sehr alten Menschen lassen sich erstaunliche Trainingseffekte erzielen.

Studie „Körperliches Training und Risikofaktoren im höheren Lebensalter“

2007 wurde an der Universität Erlangen eine Studie mit rund 250 Frauen ab 65 Jahren durchgeführt (SEFIP). Die Teilnehmerinnen wurden in eine Trainingsgruppe und eine Wellness-Gruppe aufgeteilt. Mit der Trainingsgruppe wurde über einen Zeitraum von 18 Monaten ein komplexes Ausdauer-, Kraft- und Koordinationstraining absolviert: Zweimal 60 und zweimal 20 Minuten pro Woche. Auch mit der Wellness-Gruppe wurde trainiert, allerdings deutlich weniger intensiv und seltener.

Hier die wichtigsten Ergebnisse:

  • Knochendichte: Nach 18 Monaten konnte bei der Trainingsgruppe ein deutlicher Zuwachs der Knochendichte gemessen werden, insbesondere in den Hüft- und Oberschenkelhalsknochen. In der Wellness-Gruppe gab es diesen Effekt nicht.
  • Stürze: Im beobachteten Zeitraum kam es bei den Frauen der Trainingsgruppe zu 42 Prozent weniger Stürzen als bei den Frauen der Wellness-Gruppe
  • Herz: Das Risiko einer späteren Herz-Kreislauferkrankung verringerte sich in der Trainingsgruppe um 25 Prozent, in der Wellness-Gruppe nur um 4 Prozent.
  • Blutfette: Bei den Frauen der Trainingsgruppe verbesserten sich die Werte der Triglyzeride sowie des Quotienten von Gesamtcholesterin/ HDL-C, während bei der Wellness-Gruppe keine Veränderungen festgestellt werden konnten.
  • Körperfettverteilung: Die Frauen der Trainingsgruppe hatten am Ende eine insgesamt günstigere Körperfettverteilung (weniger Bauchfett) als die Wellness-Gruppe.
  • Bluthochdruck: Einzig beim Bluthochdruck konnten beide Gruppen gleich positive Effekte erzielen. Das deutet darauf hin, dass sich auch ein vergleichsweise geringer Trainingsaufwand günstig auf den Blutdruck auswirkt.

Quelle: http://www.ofz.uni-erlangen.de/SEFIP_Langversion.pdf

Weitere Studien

  • Ausdauer: Sechzigjährige, die vorher keinen Sport betrieben haben, können durch ein dreimonatiges leichtes Ausdauertraining eine Ausdauerleistung erreichen, die den Fähigkeiten untrainierter Vierzigjähriger entspricht. (Spirduso 1995)
  • Schlaganfall-Risiko: Das Risiko, an einem Schlaganfall zu sterben, sinkt, wenn man körperlich aktiv ist. Bei einer norwegischen Studie war über einen Zeitraum von zehn Jahren das Schlaganfall-Risiko bewegungsfreudiger 50- bis 69jährige Frauen um 58 Prozent geringer als das der nicht aktiven Frauen gleichen Alters. (Ellekjaer 2000)
  • Muskelkraft: Im Rahmen einer amerikanischen Studie nahmen Männer und Frauen im Alter zwischen 70 und 100 Jahren an einem achtwöchigen Krafttraining teil. Der Kraftzuwachs im Bereich Schultern, Brust, Rücken und Armmuskeln betrug bis zu 50 Prozent. Das Krafttraining wirkte sich auch deutlich positiv auf die Geschicklichkeit bei alltäglichen Verrichtungen aus. (Milhalko & McAuley 1998)
  • Gedächtnis: Im Rahmen einer australischen Studie wurden rund 130 Männer ab 50 Jahren untersucht, die über Erinnerungsprobleme berichtet hatten. Über einen Zeitraum von sechs Monaten absolvierte ein Teil der Männer drei Mal wöchentlich ein leichtes Ausdauertraining. Bei einem Vergleich mit den weiterhin sportlich inaktiven Männern erzielten die Sportaktiven nach dem halben Jahr in den Bereichen Gedächtnis, Orientierung, Aufmerksamkeit, Urteilsvermögen, Sprache und praktische Fähigkeiten deutlich bessere Werte. (Journal of the American Medical Association Bd. 9, 2008)
  • Alzheimer-Risiko: Bei einer deutschen Studie mit Männern und Frauen im Alter von 77 bis 93 Jahren zeigte sich, dass mit einem Gedächtnistraining, das von körperlichen Fitnessübungen begleitet wurde, das Risiko einer Alzheimer Erkrankung messbar verringert werden konnte. (Oswald, Rupprecht & Gunzelmann 1998)
    Die Studie „Bewegtes Alter“ der Jacobs University Bremen mit Männern und Frauen im Alter von 65 bis 75 Jahren ergab, dass dreimaliges Bewegungstraining pro Woche die geistige Leistungsfähigkeit erheblich verbessern kann. Im Vergleich zu einem Stretching- und Entspannungsprogramm, mit dem für das Denkvermögen nichts erreicht werden konnte, waren sowohl Nordic Walking als auch ein Koordinations- und Gleichgewichtstraining diesbezüglich hoch effektiv. (idw 8/2008)
  • Hormone: 60-jährige Langläufer (65 km pro Woche) haben im Vergleich zu untrainierten Männern deutlich höhere Blutspiegel von Testosteron und Wachstumshormon. (Hurel S J u.a. 1999)
 
 

Olympia Partner

Sport für Alle Partner

Olympia Partner

Sport für Alle Partner