Sport oder besser kein Sport?

Die Deutsche Krebshilfe empfiehlt das Gespräch mit dem behandelnden Arzt, bevor mit einem sportlichen Bewegungstraining begonnen wird. Nach Möglichkeit sollte das Training aus Übungen bestehen, die den Körper sowohl kräftigen als auch dehnen und eher auf Ausdauer denn auf Schnelligkeit abzielen.

Wie jede sportliche Aktivität, die in erster Linie der Gesundheit dienen soll, haben sich dreimal pro Woche moderates Training von jeweils 60 Minuten als optimal herausgestellt. Ist das (noch) nicht möglich, wäre es gut, wenn es jeweils mindestens zehn Minuten sein könnten. Wichtig bleibt aber, sich nicht zu überlasten.

Viel muss nicht gut sein

Sport und Bewegung tun nur so lange gut, wie man sich wohl dabei fühlt. Aus diesem Grund sollte man sofort aufhören, wenn sich Schmerzen melden. Sich „bis zum Anschlag“ auszupowern, ist bei einem ohnehin geschwächten Körper nicht ratsam. Sowohl der Pulsschlag als auch der Blutdruck sollten nicht an ihre Obergrenzen gebracht werden.

Wer läuft, ohne schnaufen zu müssen, ist im Allgemeinen auf der sicheren Seite.

Wann kein Sport?

In manchen Fällen sollte auf sportliche Aktivitäten lieber ganz verzichtet werden. Das kann der Fall sein, wenn der Körper einfach noch nicht so weit ist, oder wenn im Genesungsprozess eine (vorübergehende) Verschlechterung auftritt.

Die Deutsche Krebshilfe nennt in ihrem Ratgeber „Bewegung und Sport bei Krebs“ verschiedene Anlässe, die eine „Sportpause“ erfordern. Bei

  • akuten Blutungen,
  • einem Blutblättchenwert (Thromozyten) unter 10.000. (Liegt der Wert zwischen 10.000 und 20.000, sollte Sport nur unter therapeutischer Aufsicht gemacht werden.)
  • einem Hämoglobinwert unter 8 g/dl,
  • starken Schmerzen und Übelkeit,
  • Kreislaufbeschwerden, Schwindel und Bewusstseinseinschränkungen,
  • Fieber und starken Infektionen,
  • einer Chemotherapie, die Herz und Nieren angreift.In solchen Fällen können dagegen Massage und Entspannungstechniken helfen, wieder über den Berg zu kommen.

Brustkrebs

Nach einer Brustkrebs-Operation wird im Allgemeinen empfohlen, schon im Krankenbett mit physiotherapeutischen Übungen zu beginnen. Sie helfen zu vermeiden, dass sich etwa die Muskeln des Brust-Schulterbereichs verkürzen und es zu einem Lymphstau kommt.

Ein später auftretendes Lymphödem kann mit gezielter Bewegungstherapie oftmals gut behandelt werden. Wenn der Arzt von sich aus keine Bewegungstherapie verschreibt, sollte man ihn darauf ansprechen.

Empfehlenswert sind alle Sportarten, die eher sanfte und fließende Bewegungen erfordern. Bestimmte gymnastische Übungen (die Hände über dem Kopf öffnen und schließen) eignen sich hervorragend zur Linderung eines Lymphödems. Auch Wassergymnastik und Schwimmen tun oft gut, da sich im Wasser reißende Bewegungen leichter vermeiden lassen.

Ansonsten eignen sich grundsätzlich alle Ausdauersportarten. Neben dem Schwimmen insbesondere Wandern, Radfahren und (Nordic-) Walking.

Abzuraten ist von Wettkampf-Sportarten mit intensivem Körperkontakt, bei denen die Sturzgefahr groß ist. Rückschlagsportarten wie Tennis sollten möglichst nur beidhändig gespielt werden.

Prostatakrebs

Männer finden oft nur schwer Zugang zu Reha-Sportgruppen, doch steht außer Frage, dass sie dort eine Menge gegen die Folgeerscheinungen einer Prostata-Operation tun können.

Hier geht es nicht nur um Fitness und das allgemeine Wiedererstarken des Körpers, sondern auch und vor allem um die Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Nur mit einer ausreichend trainierten Beckenbodenmuskulatur lassen sich Inkontinenz und Erektionsstörungen möglicherweise vermeiden bzw. beheben.

Alles, was die Muskulatur des Beckens, des Rückens und der Beine kräftigt, kann Prostatapatienten helfen. Diesem Zweck dienen vor allem Kräftigungsübungen. Auch moderater Ausdauersport und Ballspiele sind geeignet, wenn sie nicht als ruppige Wettkampfspiele angegangen werden.

Darmkrebs

Wenn die Operationsnarben gut verheilt sind, können Darmkrebspatienten nahezu ohne Einschränkung Sport treiben. Gleichwohl sollten sie damit langsam beginnen. Gut sind Ausdauersportarten, Nordic Walking und Wandern, wobei immer auf ausreichendes Essen und Trinken geachtet werden sollte.

Auch wenn ein Stoma angelegt wurde, schließt das sportliche Aktivitäten keineswegs aus. Hier ist allein wichtig, den Beutel vor Beschädigungen zu schützen. Selbst gegen Schwimmen spricht nichts grundsätzlich, wenn der Beutel vorher gewechselt wird. Darüber hinaus können Sanitärfachgeschäfte über verschiedene Möglichkeiten beraten, das Stoma diskret zu verbergen, beispielsweise Stomakappen oder spezielle Badehosen.

Weitere Information

Die Deutsche Krebshilfe gibt die so genannten „blauen Ratgeber“ heraus, die über verschiedene Krebserkrankungen informieren. Band 48 widmet sich ausführlich dem Thema „Bewegung und Sport bei Krebs“ Hier finden sich mehr detaillierte Informationen über die bisher genannten Krebsarten sowie weitere hilfreiche Tipps für geeignete sportliche Aktivitäten bei anderen Krebserkrankungen.

Online zu bestellen unter http://www.krebshilfe.de/blaue-ratgeber.html

 
 

Olympia Partner

Sport für Alle Partner

Olympia Partner

Sport für Alle Partner