Brauchen Sportlerinnen und Sportler Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sollen die Ernährung dort optimieren, wo aus unterschiedlichen Gründen eine Mangelversorgung an Vitaminen, Mineralien, Enzymen oder Eiweiß entstanden ist. Ob sie auch die sportliche Leistung fördern, ist dagegen zweifelhaft.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung betont, dass eine vollwertige Ernährungsweise alles liefert, was Freizeitsportlerinnen und -sportler brauchen. Wer sich nach Gutdünken eine vermeintliche Extraportion Nährstoffe verabreicht, läuft Gefahr, bestimmte Substanzen überzudosieren. Das Motto: „Es ist zwar teuer, aber es schadet ja auch nicht“ gilt nicht in jedem Fall.

Vitamine und Co.

Unser Körper braucht Vitamine, Mineralien, Enzyme und Eiweiß, um gesund und leistungsfähig zu sein. Allerdings hat die industrielle Landwirtschaft dazu geführt, dass Obst und Gemüse heute deutlich weniger Nährstoffe als noch vor wenigen Jahrzehnten enthalten. Hinzu kommt, dass wir uns längst nicht immer optimal ernähren.

Wem es nicht möglich ist, sich über eine vollwertige Ernährung mit allen lebenswichtigen Vitalstoffen zu versorgen, kann die Ernährung durchaus mit entsprechenden Ergänzungspräparaten verbessern. Um Überdosierungen zu vermeiden, sollte vorher jedoch unbedingt Rücksprache mit einem Arzt oder einer Ernährungsberatung gehalten werden. Ein Zuviel an beispielsweise Vitamin C, Kalzium oder Magnesium kann dem Körper durchaus schaden.

Carnitin und Co.

Ob Nahrungsergänzungsmittel auch die sportliche Leistung fördern, ist umstritten. In die kritische Diskussion geraten sind vor allem zwei Substanzen: „Carnitin“ und „Kreatin“. Beide Stoffe werden vom Körper selbst gebildet, weshalb es schnell zu einer Überdosierung kommen kann.

Von Carnitin heißt es, dass es als Zusatzpräparat eingenommen den Fettstoffwechsel der Muskeln beschleunigen könne, weshalb es auch als „Fatburner“ populär geworden ist. Einen wissenschaftlichen Nachweis für diesen Effekt gibt es jedoch nicht. Wer sich mehr als ein Gramm Carnitin pro Tag zuführt, riskiert vielmehr Übelkeit und Durchfälle.

Auch bei Präparaten mit den Wirkstoffen Taurin, BCAA, ß-HMB, MCT oder CLA fehlen bislang seriöse Belege dafür, dass sie die sportliche Leistungsfähigkeit in einer vertretbaren Art und Weise fördern.

Die Verbindung Kreatin wird bisweilen bei wiederkehrenden kurzen und starken Belastungen eingesetzt. Ein Zuviel an Kreatin führt jedoch zu Wassereinlagerungen in den Muskeln und zu einem erhöhten Verletzungsrisiko. Die Einnahme über einen langen Zeitraum kann zudem die Nieren schädigen.

Auch Coffein zählt zu den so genannten ernährungsbezogenen Leistungsförderern. Coffein regt an und kann in einer Dosis von 50 bis 200 mg die Aufmerksamkeit und Reaktionsfähigkeit erhöhen. (Eine Tasse Kaffee enthält 60 bis 120 mg Coffein).

Verunreinigungen

Bei manchen Nahrungsergänzungsmitteln besteht aufgrund von Verunreinigungen bei der Herstellung die Gefahr, dass sie mit anabol-androgenen Steroiden belastet sind. Daher kann mit der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ein unfreiwilliges Dopingrisiko verbunden sein. Wer Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, das Dopingrisiko jedoch weitgehend ausschließen will, sollte möglichst auf als Medikamente registrierte oder zugelassene Präparate zurückgreifen. Sie enthalten die gleichen Inhaltstoffe wie die herkömmlichen Nahrungsergänzungsmittel, werden jedoch als Arzneimittel eingestuft und unterliegen daher strengeren Qualitätskontrollen.

 
 

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