Was sagt die Forschung?

Der Blutdruck eines Erwachsenen liegt im optimalen Fall leicht unter 120/80 mmHg. Noch normal ist ein Wert bis 129/84. Ab 130/85 bis 139/89 nennt man einen Blutdruck hoch-normal. Werte darüber hinaus sind zunehmend kritisch – bis hin zu einem schweren Bluthochdruck ab 180/110.

Der bloße Blutdruckwert ist aber nicht allein entscheidend. Haben Frauen und Männer bereits Probleme mit dem Herzen und/oder mit den Kreislaufgefäßen, müssen schon hoch-normale Werte ab 130/85 als Bluthochdruck angesehen werden.

Besteht Bluthochdruck schon länger (was oft lange unbemerkt bleibt), muss bei der Frage, ob und welcher Sport wie intensiv betrieben werden kann, stets das körperliche Gesamtbefinden bedacht werden: Dazu gehören Körpergewicht, Alter und Lebensstil (Ernährung und Tabak- sowie Alkoholkonsum) ebenso wie weitere, mit dem Bluthochdruck möglicherweise im Zusammenhang stehende Erkrankungen.

Was den Bluthochdruck senkt

Wer einen zu hohen Blutdruck hat und übergewichtig ist, kann allein durch Abnehmen viel für die Senkung des Blutdrucks tun. Weniger Alkohol und ein reduzierter Kochsalzverbrauch tragen oft zur blutdrucksenkenden Wirkung der Gewichtsreduzierung bei. Nicht zuletzt sinken die Risiken für Stoffwechselstörungen wie Diabetes und Herz-Kreislauferkrankungen, wenn überflüssige Pfunde abgebaut werden.

Sportliche Bewegung spielt hier eine wichtige Rolle. Einerseits, um Übergewicht leichter abbauen zu können, andererseits als Voraussetzung dafür, das reduzierte Gewicht auf Dauer halten zu können. Studien haben gezeigt, dass Ausdauersport auch für sich genommen den Blutdruck in einem gewissen Maße senken kann – wenn er über einen längeren Zeitraum und regelmäßig betrieben wird.

Studien

Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass regelmäßiger Ausdauersport einen zu hohen Blutdruck um 7 bis 9 mmHg systolisch (der erste Wert) und um 5 bis 7 mmHg diastolisch (der zweite Wert) senken kann. Voraussetzung ist, über mehrere Monate hinweg an mindestens zwei bis drei Tagen in der Woche für jeweils 30 bis 60 Minuten Ausdauersport zu betreiben. Die Belastung sollte dabei zwischen 40 bis 70 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahmekapazität liegen.

Die blutdrucksenkenden Effekte von Ausdauersport fallen allerdings von Mensch und Mensch sehr unterschiedlich aus. Das hängt unter anderem davon ab, wie hoch der Ausgangsblutdruck ist. Festgestellt wurden individuelle Abweichung von null Effekt bis zu einer Senkung um 25/15 mmHg.

Worauf achten?

Unter Umständen kann auch Krafttraining neben ausdauerorientierten sportlichen Aktivitäten zur Blutdrucksenkung beitragen. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, denn falsch eingesetzte Kraftübungen können schnell zu einem gefährlichen Anstieg des Blutdrucks führen. Hypertoniker sollten Kraftübungen deshalb nur unter der Aufsicht einer sportmedizinischen oder physiotherapeutischen Fachkraft machen.

Bei schwerem Hochdruck darf unter Umständen gar kein Sport betrieben werden, ehe der Blutdruck nicht in ausreichendem Umfang medikamentös gesenkt werden konnte.

Grundsätzlich: Regelmäßiger Ausdauersport kann helfen, Bluthochdruck zu senken und einen erniedrigten Hochdruck zu stabilisieren. In den meisten Fällen kann er allein jedoch keinen Bluthochdruck kurieren. Vielmehr ist er eine wichtige und oft äußerst wirksame Ergänzung einer medikamentösen Behandlung und kann zu einer Verringerung des Medikamenteneinsatzes beitragen.

Welche Sportarten eignen sich?

Quellen

Leitlinien zur Behandlung der arteriellen Hypertonie. AWMFRegister-Nr. 046/001. Stand 6/2008

Predel, Hans-Georg: Bluthochdruck und Sport. In: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin. 9/2007

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Bluthochdruck – Was bringt körperliche Aktivität? www.gesundheitsinformation.de Stand 1/2011

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Bluthochdruck: Kann Gewichtsabnahme den Blutdruck senken? www.gesundheitsinformation.de Stand 1/2011

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Bluthochdruck: Hilft es, weniger Kochsalz zu sich zu nehmen? www.gesundheitsinformation.de Stand 11/2009

 
 

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