Osteoporose - was sagt die Sportmedizin?

Osteoporose, auch Knochenschwund genannt, ist eine ab dem sechsten Lebensjahrzehnt weit verbreitete Stoffwechselstörung. Gezieltes Krafttraining kann einiges dagegen ausrichten.

Zahlreiche Studien haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Knochendichte des Skeletts von einem regen Knochenstoffwechsel abhängt. Dafür braucht der Körper vor allem ausreichend Kalzium und Vitamin D. Außerdem ist die Festigkeit der Knochen eng mit deren Beanspruchung durch die Muskulatur verbunden. Sport und Bewegung können einer Osteoporose daher nicht nur vorbeugen. Gezieltes Training ist auch in der Lage, eine verminderte Knochendichte wieder zu erhöhen.

Häufig unbemerkt

Mehr als fünf Millionen Männer und vor allem Frauen jenseits der 50 sind in Deutschland von einer Osteoporose betroffen. Dabei verändert ein übermäßiger Abbau der Knochenmasse allmählich den Feinbau des Knochengewebes, was früher oder später ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen mit sich bringt.

Besonders gefürchtet sind Oberschenkelhalsbrüche nach Stürzen, von denen sich hochaltrige Menschen oft nicht mehr erholen. Häufig kommt es auch zu unbemerkten Wirbeleinbrüchen, die mit der Zeit die Wirbelsäule krümmen und den Körper gewissermaßen schrumpfen lassen. Außerdem verkleinert sich mit jedem Wirbeleinbruch der Brustkorb ein wenig, was die Lungenfunktion einschränkt.

Tückisch an der Osteoporose ist, dass sie sich oft schleichend entwickelt und erst im fortgeschrittenem Stadium Schmerzen bereitet. Die Schmerzen gehen meist auf Muskelverspannungen zurück, die auftreten, weil sich die Statik des Rückens durch die Wirbeleinbrüche verändert.

Ursachen

Bis zu einem gewissen Maß gehört die allmähliche Verringerung der Knochendichte zum natürlichen Alterungsprozess. Die Neigung zu einem erhöhten Verlust der Knochenmasse ist außerdem vererbbar. Nicht zuletzt erhöht ein eher zierlicher, mit wenig Muskeln ausgestatteter Körper die Anfälligkeit für eine Osteoporose.

Auch spielt der Einfluss der Hormone Östrogen bei Frauen und Testosteron bei Männern eine wichtige Rolle. Beide Geschlechtshormone sind wichtig für die Stabilität der Knochen. Bei Frauen sinkt im Zuge der Wechseljahre der Östrogenspiegel so stark und abrupt ab, dass es zu einem beschleunigten Knochenabbau kommt. Auch bei Männern vermindert sich mit der Zeit die Produktion von Testosteron. Doch weil die Verringerung nicht so stark und abrupt erfolgt und Männer im Schnitt mehr Muskelmasse haben, sind Frauen etwa dreimal häufiger von einer Osteoporose betroffen.

Neben allgemeinem Bewegungsmangel wirken sich auch Rauchen und Alkohol ausgesprochen ungünstig auf die Knochendichte aus.

Wer muss aufpassen?

Menschen, deren Eltern an einer Osteoporose erkrankt sind, haben ein erhöhtes erbliches Risiko und sollten bei erstmalig und plötzlich auftretenden Rückenschmerzen oder Kurzatmigkeit einen Arzt auf die erbliche Vorbelastung hinweisen.

Daneben gibt es weitere Gründe, die es nahelegen, bei Beschwerden die Möglichkeit einer Osteoporose stets mit abklären zu lassen:

  • Häufige Anwendung von Abführmitteln
  • Lang anhaltende Einnahme von kortisonhaltigen Medikamenten
  • Chronische Darmerkrankungen
  • Milcheiweiß-Allergie
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • Diabetes mellitus
  • Früher Eintritt in die Wechseljahre

Krafttraining hilft

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass ausreichend Sport und Bewegung einer Osteoporose sowohl vorbeugen als auch abhelfen kann. Allerdings reichen dazu moderater Ausdauersport wie Walken oder Joggen nicht aus. Es muss schon ein gezieltes und dosiertes Krafttraining sein, das genügend starke Reize der Muskeln auf den Bereich der Lendenwirbelsäule und des Oberschenkhalsknochens ausübt.

Mit gezielten Krafttrainings kann selbst im fortgeschrittenen Alter innerhalb weniger Wochen eine allmähliche Zunahme der Knochendichte erreicht werden. Zusammen mit Übungen für die Bewegungskoordination verbessert sich rasch das allgemeine Körperbefinden, so dass man nach einer gewissen Zeit einen altersgemäßen körperlichen Zustand erlangen kann.

Dieser Zustand kann bei einer Osteoporose jedoch nur dann gehalten werden, wenn das Training stets fortgeführt wird. Ansonsten dauert es nicht lange, und die Knochendichte verschlechtert sich wieder.

Ernährung

Die richtige Ernährung ist eine halbwegs ausgewogene Ernährung. Das heißt: Vorzugsweise Vollkornprodukte, fettarme Milchprodukte, viel Obst und Gemüse und nur gelegentlich (weißes) Fleisch und Fisch.

Im Hinblick auf die Vermeidung einer Osteoporose ist vor allem die ausreichende Versorgung mit Kalzium (Käse und andere Milchprodukte), Magnesium (Vollkorngetreide) und Vitamin D (Milchprodukte, Eigelb, Avocado, Hering, Makrele) wichtig. Bei einer bestehenden Osteoporose kann es ratsam sein, Lebensmittel mit einem besonders hohen Zinkgehalt zu meiden, etwa Austern und Krabben, Hülsenfrüchte und Nüsse.

Quellen

Sport und Bewegungstherapie in der Rehabilitation der Osteoporose. Teil 1 und 2. In: Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin 10 und 11/2004

Sensomotorisches Training im Alter und bei Osteoporose. In: Bewegungstherapie und Gesundheitssport 2006

Diagnose der Osteoporose beim Mann. In: Blickpunkt Der Mann 2/2003

 
 

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