"Coaching 50+" - Bewegungs- und Sportangebote für Junggebliebene

Der Landessportbund Berlin verfolgt mit seinem Projekt das Ziel, durch eine Kooperation mit Partnerorganisationen außerhalb des organisierten Sports wohnortnahe Bewegungs- und Sportgruppen für Fünfzig- bis Sechzigjährige anzubieten. Neben der Zusammenarbeit mit Gesundheits- und Senioreneinrichtungen sollen u.a. auch Wohnungsbaugesellschaften für Kooperationen gewonnen werden, die sich um die Verbesserung der Lebens- und Wohnqualität ihrer Mieterinnen und Mieter bemühen.

Das Konzept

Das "Coaching-Modell" des LSB Berlin sieht vor, den externen Partnerorganisationen 4 bis 6 Wochen lang kostenlos erfahrene Übungsleiterinnen und -leiter zur Verfügung zu stellen. Die Fachkräfte sollen den Aufbau neuer Sport- und Bewegungsgruppen unterstützen und die Leiterinnen und Leiter bereits bestehender Gruppen beraten.

Zur Erläuterung der Ziele des Projektes wird potentiellen Partnerorganisationen ein Film mit dem Titel "Seniorensport in Berlin" gezeigt. Der Film ist darüber hinaus geeignet, nach Abschluss der Kooperationsgespräche interessierte ältere Menschen anzusprechen und zu aktivieren.

In der Regel stellen die Partnerorganisationen Räume zur Verfügung. Sie sprechen auch interessierte Frauen und Männer an. Unterdessen sorgt der LSB für qualifizierte Coaches sowie die erforderlichen Sportgeräte. Voraussetzung für eine Zusammenarbeit ist, dass die Sport- und Bewegungsangebote nach einem erfolgreichen Verlauf der Projektzeit weitergeführt werden können und sich organisatorisch sowie finanziell selbst tragen. Sollten sich die Teilnehmenden zu einer Mitgliedschaft in einem lokalen Verein entschließen, genießen sie darüber hinaus alle entsprechenden Vorteile.

Die Angebote sollen möglichst ortsnah (beispielsweise in der Anlage einer Wohnungsbaugesellschaft) durchgeführt werden. Angebote wie Wandern, Tanzen, Spiele, Entspannungsübungen und gesundheitliche Vorbeugemaßnahmen sind erfahrungsgemäß für die Zielgruppe der 50- bis 60-Jährigen besonders attraktiv und werden deshalb bevorzugt angeboten. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen wird vorab eine Bedarfsermittlung durchgeführt.

Zwischenbericht (Stand: September 2004)

Die Bilanz nach dem Start der ersten Gruppen fällt außerordentlich positiv aus. Zusammen mit 15 verschiedenen externen Partnerorganisation und 13 Sportvereinen konnten insgesamt 45 Sport- und Bewegungsgruppen ins Leben gerufen werden, wesentlich mehr als anfangs geplant waren. Unter den Partnerorganisationen fanden sich u.a. Seniorenresidenzen, Begegnungsstätten, Wohnungsbaugesellschaften sowie private Praxen für Physiotherapie und Medizin.

Die Renner unter den Bewegungsangeboten waren eindeutig Gymnastikkurse, vor allem Wassergymnastik und allgemeine Gymnastik, aber auch spezielle Kurse für Übergewichtige, Wirbelsäulengeschädigte und Osteoporosepatienten. 

Nach einer Anschubfinanzierung der Übungsleiter und -leiterinnen sowie der Bezuschussung von Sportmaterialien mit bis zu 400 Euro pro Gruppe konnten sich die Sportgruppen selbst tragen.

Insgesamt zeigte sich, dass der Erfolg jeder Maßnahme entscheidend von der Qualifikation der Übungsleiter sowie von der Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der externen Partnerorganisationen abhängt. Ebenso spielt die Frage, ob ein angemessener Übungsraum zur Verfügung steht, eine wichtige Rolle.

Besonders hervorzuheben ist, dass durch die Kooperationen neue Bewegungsräume für den Seniorensport hinzugewonnen werden konnten. Dies bedeutete auch für viele Vereine einen Anreiz, sich zu beteiligen, da der Mangel an Sportstätten ein großes Problem zum Aufbau neuer Bewegungsgruppen bedeutet.

Aussichten

Die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen stellt sich in Berlin für beide Seiten als sehr vorteilhaft dar und soll daher weiter fortgeführt werden. Darüber hinaus will man versuchen, in naher Zukunft verstärkt ausländische und sozial schwache Mitbürger für die Bewegungsangebote zu gewinnen.

 
 

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