Fallschirmspringen

Anfang des 14. Jahrhunderts benutzten chinesische Zirkusartisten Sonnenschirme, um von hohen Türmen zu springen. Vier Jahrhunderte später erfand die deutsche Luftakrobatin Käthe Paulus den ersten zusammenlegbaren Fallschirm, mit dem sie auch mehrmals erfolgreich absprang. In den darauf folgenden Jahren wurde das Fallschirmspringen zur Rettung der Besatzung von Kleinflugzeugen und im militärischen Bereich wie der Fallschirmjägertruppe eingesetzt. Seit ein paar Jahren hat das Fallschirmspringen auch im Freizeitbereich Einzug gehalten und gilt als der Trendsport der besonderen Art.

Wo?

Bundesweit gibt es derzeit ca. 9500 organisierte aktive Springer. Alle großen Ausbildungszentren und über 90 Vereine und Schulen des Deutschen Fallschirmsportverband (DFV) bieten die Möglichkeit an, das Fallschirmspringen zu erlernen. Alle Ausbilder müssen lizenzierte ausgebildete Sprunglehrer sein. Ob sich auch ein Verein oder eine Schule in Ihrer Nähe befindet, welche verschiedenen Varianten des Fallschirmspringens es gibt und welche Voraussetzungen Sie erfüllen müssen, darüber gibt der DFV (www.fallschirmsportverband.de) oder der Deutsche Aero Club Auskunft.

Wie oft?

Das „Wie oft“ spielt am Anfang erstmal keine Rolle, sondern das „Ob“. Nicht jeder traut es sich zu, freiwillig aus einem Flugzeug zu springen, sich ins Nichts fallen zu lassen, dabei den freien Fall zu genießen und auch noch gut unten an- und aufzukommen. Zum Reinschnuppern eignet sich am besten der Tandemsprung. Nach einer kurzen Einweisung in die wesentlichen Abläufe des Sprunges, kann das faszinierende Erlebnis gemeinsam mit einem ausgebildeten Tandemsprunglehrer genossen werden. Hierfür brauchen Sie kein Gesundheitsattest und keine spezielle Ausbildung oder Clubmitgliedschaft, lediglich körperlich gesund müssen Sie sein (insbesondere ohne Herz-Kreislauf-/ und Bandscheibenbeschwerden) und nicht schwerer als 95 kg.

Wenn Sie sich dazu entschließen weiterzumachen, ist eine der Möglichkeiten die klassische Fallschirmsprung-Schulung, die in die Automatik- und Freifallausbildung gegliedert ist. Während der Automatikausbildung springt der Schüler aus Höhen zwischen 1.000 bis 1.500 Metern und ist dabei durch eine Ausziehleine mit dem Flugzeug verbunden. Das Öffnen des Fallschirms wird automatisch ausgelöst. Erst nach mindestens sechs Sprüngen darf die Öffnung selbst per Hand ausgeführt werden. Bei den ersten Freifallsprüngen fällt der Schüler drei bis fünf Sekunden frei, bevor er selbstständig den Fallschirm öffnet. Während der weiteren Ausbildungssprünge lernt der Springer verschiedene kontrollierte Bewegungen wie Drehungen, Rollen oder Salti im freien Fall sicher durchzuführen. Nach den ersten Sprüngen werden kontinuierlich die Absprunghöhe und die „Freifallzeit“ gesteigert.

Bei der sog. AFF - Ausbildung (= Accelerated Free-Fall = Beschleunigte Freifall-Ausbildung) gibt es keine „Automatik“- Sprünge aus niedriger Höhe. Das Wort „beschleunigt“ bezieht sich dabei auf die Lernfortschritte, weil hier vom 1. Sprung an aus mind. 3.500 m Höhe, begleitet und kontrolliert von zwei besonders ausgebildeten Sprunglehrern, im Freifall gesprungen wird. Aus diesem Grund ist die Vorausbildung sehr intensiv und schülerzentriert. Die mitspringenden Lehrer beobachten und korrigieren während der 50 sec. Freifall bei jedem Sprung die Bewegungsausführungen der/des Schüler(s)in. Werden die für jeden einzelnen Sprung gestellten Aufgaben zufriedenstellend erfüllt, wird zum nächsten Sprung (= LEVEL) weitergegangen und von Level zu Level werden die aktiven Hilfestellungen der Lehrer weniger.

Ab dem 4. Level begleitet nur noch ein Lehrer die/den Schüler(in). Die Grundausbildung ist mit dem 7. Level abgeschlossen, d.h. die Schülerin /der Schüler kann alleine springen, ist aber noch im Schüler-Status, d. h. wird noch von Sprunglehrern überwacht und betreut und hat weiterhin verschiedene Übungs-Aufgaben zu erfüllen.

Bis zur Erreichung der Prüfungsreife sind mindestens 25 Sprünge mit manueller Auslösung erforderlich.

Was ist zu beachten?

Beim Fallschirmspringen müssen Spaß und Freude am Sport mit einem Maximum an Sicherheit verbunden werden. Um die möglichen Risiken so gering wie möglich zu halten, sind neben persönlicher Fitness hier die gute Ausbildung mit einer intensiven Schulung möglicher Problemsituationen, die optimale Ausrüstung und die Eigenverantwortung des Springers von entscheidender Bedeutung. Bevor Sie aber mit der klassischen Fallschirmsprung-Schulung oder der beschleunigten Freifallausbildung (AFF) beginnen können, müssen Sie vorher dringend einen Arzt aufsuchen, der einen Gesundheits-Check durchführt. Ohne ein Tauglichkeitsattest eines Sport- oder Hausarztes dürfen Sie nicht springen. Außerdem erforderlich sind ein Personalausweis, zwei Passbilder und ein Nachweis über eine Teilnahme an einem 1.Hilfe-Kurs.

Weitere Informationen ...

Deutscher Fallschirmsportverband e.V. (DFV)

Comotorstraße 5
66802 Überherrn
Telefon: (06836) 92 306
Telefax: (06836) 92 308
E-Mail: info(at)fallschirmsportverband.de

 
 

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