Anti-Aging – Ewige Jugend auf Rezept?

Alle möchten lange leben, niemand will alt sein. Deshalb ist in den letzten Jahren viel die Rede von Hormondefiziten und Medikamenten, die den Abbau der körperlichen Leistungsfähigkeit angeblich stoppen können. Den wissenschaftlichen Nachweis ihrer Wirksamkeit hat jedoch noch keines der vielgepriesenen Lifestyle-Medikamente erbracht – auch wenn mit gegenteiligen Behauptungen geworben wird. Erwiesen ist nur eines: Als Anti-Aging-Konzept lässt sportliche Bewegung alle Anti-Aging-Präparate weit hinter sich.

Wenn zum Sport noch eine ausgewogene Ernährung und die Vermeidung von Übergewicht hinzukommen, kann das Älterwerden viel von seinem Schrecken verlieren. Effektiver lässt sich ein gewisses Maß an Jugendlichkeit im Alter nicht bewahren. Sport verhilft dem Körper zu allen Ressourcen, die er zur Bewältigung der Alterungsprozesse braucht. Außerdem ist er das beste „Mittel“ gegen Schlaflosigkeit.

Älterwerden ist keine Krankheit

Wenn Sie das Älterwerden als natürlichen Prozess akzeptieren, sind Sie besser vor alt- und krankmachender Überforderung geschützt. Anti-Aging sollte deshalb keine Frage der Mittel und Pülverchen sein, sondern eine Lebenshaltung: Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers und trauen Sie ihm nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig zu.

Frauen in den Wechseljahren

Zum Älterwerden gehört, dass der Körper ab einem gewissen Zeitpunkt die Produktion wichtiger Geschlechtshormone drosselt. Bei Frauen gehen mit einer verminderten Produktion von Östrogen ab dem fünften Lebensjahrzehnt die Wechseljahre einher. In dieser Zeit treten häufig Beschwerden wie Hitzewallungen, Gewichtszunahme, Durchblutungsstörungen, schmerzenden Gelenken, rascher Erschöpfung und Inkontinenz auf. Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Osteoporose („Knochenschwund“) kommen nicht selten hinzu.

In vielen Fällen gehen die Beschwerden jedoch nicht allein auf den Mangel an Geschlechtshormonen zurück, sondern auch auf den allgemeinen wie alterstypischen Mangel an Bewegung. Dabei können Sport und Bewegung eine Reihe typischer Wechseljahrebeschwerden lindern oder gar nicht erst entstehen lassen.

„Wechseljahre“ des Mannes?

Das gilt auch für die so genannten „Wechseljahre des Mannes“ – die es eigentlich gar nicht gibt. Bei Männern beginnt der Testosterongehalt im Blut nämlich bereits nach der Pubertät zu sinken und reicht auch im Alter noch aus, um die Fruchtbarkeit aufrecht zu halten. Da Männer anders als Frauen also keine abrupte Verringerung der Hormonproduktion erleben, trifft der Begriff „Wechseljahre“ für Männer nicht zu.

Gleichwohl kommt es bei einigen Männern zu einem krankheitsbedingten deutlichen Abfall der Testosteron-Produktion, die häufig mit einer gewissen Antriebschwäche, Müdigkeit und sexueller Unlust einhergeht. Das jedoch gilt nur für eine kleine Minderheit älterer Männer. In den meisten Fällen gehen die genannten Beschwerden auf andere Grunderkrankungen zurück, denen man wiederum mit mehr Sport und Bewegung beikommen kann.

Hormonersatz ist kein Anti-Aging

Für Frauen wie für Männer gilt: Medikamente, die dem Körper Hormone zuführen, können helfen, Beschwerden zu lindern, die auf einen krankheitsbedingten Mangel an Hormonen zurückgehen. Niemand mit einem altersgerechten Hormonspiegel wird durch Hormonersatz auch nur einen Deut agiler oder geistig frischer.

Der Berufsverband der Frauenärzte und die Deutsche Gesellschaft für Urologie empfehlen, Hormonpräparate nur dann einzusetzen, wenn Frauen oder Männer stark unter den Folgen eines Hormonmangels leiden. Das sollte in möglichst geringen Dosierungen erfolgen und auch nur so lange, wie ein Zusammenhang zwischen den Beschwerden und einem Hormonmangel erkennbar ist.

Beide Fachverbände wenden sich ausdrücklich gegen die leichtfertige Verabreichung von Hormonmedikamenten. Abgesehen vom fraglichen Nutzen sind die gesundheitlichen Risiken der Hormonsubstitution (Hormonersatz) nicht absehbar. Studien warnen vor einem erhöhten Brustkrebsrisiko bei Frauen und vermehrten Prostatakrebsraten bei Männern. Hormonhaltige Präparate sollten niemals ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.

 
 

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