Hochaltrig fit

Neue Angebotsformen im Seniorensport

Im Kreis Borken (westliches Münsterland) ist es gelungen, hochaltrige Menschen für zielgruppengerechte Bewegungs- und Informationsangebote zu gewinnen. Mit Unterstützung des Kreissportbundes haben sich in verschiedenen Städten örtliche Sportvereine und ansässige Senioreneinrichtungen zu Kooperationen entschlossen.

Mit zunehmendem Alter ziehen sich die Menschen weitgehend vom organisierten Vereinsport zurück und werden von bestehenden Kursangeboten kaum noch erreicht. Dabei wäre es für viele Überachtzigjährige wegen ihrer oft eingeschränkten Mobilität und damit einhergehenden Erkrankungen umso wichtiger, sich mehr zu bewegen und altersgemäßen Gesundheitssport zu treiben. Ziel sollte es sein, die individuellen Fähigkeiten älterer Frauen und Männer so weit zu stärken, dass sie ihren Alltag weitgehend selbständig bewältigen können.

Aus diesem Grund startete im Jahr 2000 der Kreissportbund Borken in Kooperation mit örtlichen Sportvereinen und interessierten Senioreneinrichtungen ein Projekt, dessen Grundgedanke darin besteht, Senioren auch außerhalb des Sportvereins anzusprechen Hier ist man aktiv auf ältere Frauen und Männer zugegangen, um ihnen dort, wo sie wohnen und sich treffen, die Lust an der Bewegung wieder zu geben. Das Projekt ist eingebettet in die Kampagne "Aktiv und bewegt älter werden in Nordrhein-Westfalen", die das Sportministerium und das Familienministerium des Landes NRW sowie der LandesSportBund NRW initiiert haben.

Zum Beispiel: Kneipp-Verein Gronau und die SRG Alstätte
In Gronau suchten und fanden sich der dem KreisSportBund Borken angeschlossene Kneipp-Verein und die Senioren- und Rentnergemeinschaft (SRG) Alstätte, um gemeinsame Sache zu machen. Bereits im vierten Jahr nun finden in den Räumen der SRG, einem offenen Treff für Senioren und Seniorinnen, ein Mal in der Woche Veranstaltungen statt, bei denen speziell geschulte Übungsleiterinnen des Kneipp-Vereins Bewegungsangebote vor allem in den Bereichen Gymnastik mit Musik und Fitness für den Rücken machen. Außerdem stehen Entspannungsübungen ebenso auf dem Programm und wie unterhaltsames Training für das Gedächtnis und die geistige Beweglichkeit. Nicht zuletzt werden Vorträge angeboten, beispielsweise zu den Themen Osteoporose, die Heilkraft des Wassers und altersbedingte Frauenkrankheiten.

Wegen des großen Interesses (insgesamt sind rund 60 Senioren und Seniorinnen mit von der Partie) finden wöchentlich zwei Kurse statt. Da die Modellprojekte der Kampagne „Aktiv und bewegt älter werden in Nordrhein-Westfalen“ auch finanziell gefördert werden, ist es dem Kreissportbund Borken möglich, den Aufbau solcher Gruppen sowie das Honorar der Übungsleiterinnen und Vortragenden zu bezuschussen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst zahlen lediglich einen Euro pro Treffen, bei denen auch Kaffee und Kuchen gereicht werden.

In anderen Städten des Kreises konnten insgesamt vier weitere erfolgreiche Kooperationsprojekte von Sportvereinen und Senioreneinrichtungen aus der Taufe gehoben werden. In Borken, Gescher und Bocholt liegt der Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit Altenwohn- und Pflegeheimen.

Aussichten
Langfristig sollen sich die Kooperationsprojekte finanziell selbst tragen. Dabei werden unterschiedliche Finanzierungsmodelle diskutiert: Denkbar ist, dass die teilnehmenden Seniorinnen und Senioren Vereinsmitglieder werden. Weitere Überlegungen gehen in Richtung Übernahme der Finanzierung durch den Träger der Einrichtung, Sponsoring und Fundraising. Zurzeit bemüht man sich darüber hinaus um die Möglichkeit, die Kursteilnahme über die Qualitätssiegel "Sport pro Gesundheit" und "Sport pro Reha" mit den Krankenkassen abzurechnen.

In Bocholt stehen die Projekte bereits auf eigenen Füßen. Anderswo steht die endgültige Lösung der Finanzierungsfrage noch aus.

Insgesamt konnten durch die aufsuchenden Angebote der Sportvereine bislang bei mehr als hundert Seniorinnen und Senioren die Hemmschwellen zum Sporttreiben gesenkt und ein neues Bewusstsein für die Bedeutung von Bewegung im Alter geschaffen werden.


Weitere Infos zum Programm "Bewegt älter werden in NRW" unter

http://www.lsb-nrw.de/lsb-nrw/bewegt-aelter-werden-in-nrw/

 
 

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