"Spielsportangebote für Ehemalige"

Die Zielsetzung
Das Projekt des Landessportbund Thüringen will vor allem Männer zwischen 50 und 60 Jahren ansprechen, die in ihrer Jugend bereits eine Spielsportart ausgeübt haben. Ziel ist es, sie dazu zu bewegen, ihre Sportart wieder regelmäßig auszuüben. Die Ansprache der potentiellen Teilnehmenden soll vor allem über ihr berufliches Umfeld erfolgen.

Das Konzept
Erfahrungsgemäß lassen sich ältere Männer schwerer als ältere Frauen zur Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten bewegen. Ihre Interessen und Motive sind unterschiedlich, so dass männerorientierte Maßnahmen besonders notwendig erscheinen. Als geeignete Sportarten bieten sich insbesondere Ballspiele an (Hallenfußball, Tischtennis, Basketball oder Badminton).
Trotz der Ausrichtung auf ältere Männer stehen die Angebote auch ehemaligen aktiven Spielerinnen offen. Der konzeptionelle Ansatz des Projektes sieht vor, in Kursangeboten die früher betriebene Sportart mit den Aspekten Gesundheit und Fitness zu kombinieren.

Gemeinsam mit dem Fachbereich Sportwissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena, einigen ausgewählten Sportfachverbänden, den Stadtsportbünden Jena und Suhl sowie den dort ansässigen Seniorensportbetreuern werden entsprechende Kursangebote ohne die Verpflichtung zur Mitgliedschaft entwickelt und durchgeführt.
Zuständig für die individuelle Beratung der am Modellprojekt beteiligten Sportvereine und Institutionen sind die Seniorensportbetreuer vor Ort und der Landessportbund Thüringen. Sie sorgen für die zielgruppenspezifische Werbung bei den Ehemaligen. Sportvereine gewährleisten darüber hinaus die materiellen Rahmenbedingungen der Kurse. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena verrichtet inhaltliche und koordinierende Aufgaben im Projekt und hat mit Unterstützung von Diplomanden aus der Sportwissenschaft ein umfangreiches Kursmanual sowie ein Werbe- und Kommunikationskonzept entwickelt. Der Landessportbund Thüringen trägt über Informations- und Schulungsveranstaltung mit dazu bei, Partner sowie Vereine und Sportfachverbände fachlich in das Projekt zu integrieren.

Zwischenbericht (Stand September 2004)
Die geplante Ansprache der Teilnehmenden über ihr berufliches Umfeld gestaltete sich aufgrund der arbeitsmarktpolitischen Situation und des vorgegebenen engbegrenzten Spielsports in Thüringen schwierig.
Trotzdem gelang es – vor allem über Presseberichte – Teilnehmerinnen und Teilnehmer für die Sportangebote zu gewinnen.

Im November 2003 starteten insgesamt vier Kur

  • in Jena wurden Fußballer ‚reaktiviert’ (FC Carl-Zeiss Jena e.V./ USV Jena e.V.)
  • in Apolda fanden sich Männer und Frauen zum regelmäßigen Tennisspielen ein (Tennisclub Apolda e.V.)
  • in Suhl spielen Männer und Frauen wieder Tischtennis (1. Suhler SV 06 e.V.)
  • in Erfurt kommen zehn Männer und fünf Frauen zum Volleyball zusammen (TUS Braugold e.V.)

In allen Kursen zeigte sich, dass inhaltlich besonders gut durchgeführte Übungsstunden die Teilnehmer am ehesten langfristig an die Sportgruppe binden konnten. Für die inhaltlich und organisatorische Orientierung der Übungsleiter und -leiterinnen erwiesen sich methodisch gut aufbereitete Stundenbilder als sehr hilfreich. Gut kam auch die psychomotorische Orientierung der Kurse kombiniert mit gezielter Wissensvermittlung über eine gesunde Lebensführung an.
Des Weiteren wurden für die Zielgruppe 45 bis 65 Jahre Fähigkeits- und Fertigkeitstests entwickelt, die Entwicklungsfortschritte aufzeigen und insbesondere dadurch die Männer zur regelmäßigen Teilnahme an den Kursen motivieren können.

Aussichten
Nachdem die Kooperation mit den Arbeitgebern zur Gewinnung der Teilnehmenden nicht erfolgreich war, wird es zunächst um die Frage der Beteiligung alternativer Kooperationspartner gehen.
Neben der Überführung der bestehenden Sportkurse in Dauerangebote in den Trägervereinen sollen weitere Kurse initiiert werden.
Auch soll darüber nachgedacht werden, wie Aspekte des Gesundheitssports, der ältere Menschen sehr gut anspricht, in die sportartspezifischen Angebote in Thüringen integriert werden können. Der LSB Thüringen wird in Kooperation mit den einzelnen Sportfachverbänden eine Strategie entwickeln, um die Projektergebnisse und Kurskonzepte über Fortbildungen der Übungsleiter an die Basis weiterzugeben.
Darüber hinaus sollen sowohl die speziell entwickelten Stundenbilder für die vier Sportarten als auch die Testbatterien veröffentlicht werden.

 
 

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