18.04.10

Videospiele können die Fitness fördern

Videospiele können die kognitiven und sensomotorischen Fähigkeiten älterer Menschen verbessern. So das Ergebnis einer Pilotstudie der Diakonie Bayern.

Ziel der Studie, die vom Universitätsklinikum Erlangen durchgeführt wurde, war es, Informationen zur Akzeptanz der Videospiel-Software „Wii-Sports“ in Pflegeheimen zu ermitteln. Über einen Zeitraum von insgesamt elf Wochen wurde in drei Pflegeeinrichtungen „Wii-Sports“ (Bowling, Tennis, Darts) angeboten und der Umgang damit anhand von Beobachtungs- und Akzeptanzbögen dokumentiert. Zudem wurden kognitive Tests und ein Feinmotoriktest mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern durchgeführt. Mit einer schriftlichen Befragung wurden auch die Erfahrungen der Therapeutinnen erfasst.

Die Spiele wurden während der Ergotherapie und auch als eigene Freizeitaktivität angeboten. Zudem wurden auch die unterschiedlichen Spielvariationen d.h. Spiel alleine (Solo), zu zweit (Paar) oder in der Gruppe (Team) ausprobiert.

Die Ergebnisse lassen erkennen, dass etwa 20 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner eines Pflegeheims für das Konsolenspiel zu begeistern sind und nach einer längeren Angebotsphase die Konsole auch weiterhin nutzen. Außerdem ergaben die kognitiven sowie Feinmotorik-Tests ansteigende Werte. Zudem war es möglich, auch Menschen mit leichter Demenz für das Spiel zu motivieren – jedoch nur mit einer adäquaten Betreuung während der Spiele notwendig.

Ob es tatsächlich zu einer signifikanten Wirkung kommt, lässt sich nur bei einer intensiveren Anwendung der Wii-Sports (mindestens 3-mal wöchentlich) über eine längere Zeitspanne (mindestens 16 Wochen) feststellen. Die vorliegenden Daten geben jedoch einen ersten Hinweis auf die kognitionsverbessernde Wirkung der Wii im Seniorenbereich bei bereits vorhandenen Einschränkungen.

 

Quelle: Diakonie Bayern