16.05.10

„Intelligente Wohnumgebung“ für Hochaltrige

Das Fraunhofer Institut forscht an so genannten intelligenten Wohnumgebungen, die das selbstständige Leben älterer Menschen in ihren eigenen vier Wänden möglichst lange ermöglichen sollen.

Langsam wird es dunkel. Ein älterer Mann sitzt im Wohnzimmer und liest Zeitung. Mit einer kleinen Bewegung deutet er auf seine Stehlampe, und schon erstrahlt das Licht. Möglich ist das, weil die Lampe „weiß“, was er mit dieser Geste ausdrücken möchte. In Zukunft könnten solche intelligenten Wohnumgebungen (Ambient Assisted Living, kurz AAL) zum Alltag gehören. „Mit intuitiven Handbewegungen können wir beispielsweise den Fernseher ein- und ausschalten“, sagt Prof. Bodo Urban vom Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD in Rostock. „Tragbare Sensoren erkennen, wie wir uns fühlen, registrieren unsere Bewegungen und messen unsere Fitness.“

Für eine wachsende Zahl älterer Menschen könnte diese Technik einen Gewinn an persönlicher Selbstständigkeit bedeuten. In die Umgebung integrierte Sensoren und eine zusätzlich Spracherkennung machen die intuitive Bedienung möglich. Wie in der zwischenmenschlichen Kommunikation reagieren diese technischen Hilfsmittel auf Gesten und Worte. Eine andere Ausdrucksform des Menschen sind Emotionen. Sie stehen in Zusammenhang mit körperlichen Vorgängen; äußern sich beispielsweise durch Atmung, Herzschlagfrequenz und Blutdruck. Forscher des Fraunhofer IGD entwickelten deshalb einen Handschuh, der in der Lage ist, einige dieser Prozesse zu messen. So lässt sich über den Handschuh der mentale und emotionale Zustand seines Trägers ermitteln.

Eine weitere Hilfe für den Alltag könnte unscheinbar in einem Handy untergebracht werden: Beschleunigungssensoren erfassen die körperliche Aktivität und unterscheiden diese unter anderem nach „Ruhe“, „Laufen“ oder „Radfahren“. Dadurch erhielte man einen Überblick über die eigene Fitness und könnte sich zu mehr Bewegung anregen lassen.

Quelle: idw