Generationenspielplätze – gemeinsam gesund und draußen
Den Kleinen auf dem Spielplatz beim Klettern zuzuschauen, ist schön, mit der Zeit aber etwas langweilig. Es sei denn, es gibt an Ort und Stelle auch für die Älteren Anreize, sich zu bewegen und mit anderen Gleichaltrigen in Kontakt zu kommen.
Noch sind es nur wenige, doch die rund zehn bestehenden Generationenspielplätze regen derzeit viele Gemeinden dazu an, sich mit dieser neuen Form öffentlicher Sport- und Spielangebote auseinander zu setzen. Generationenspielplätze sind keine Kinderspielplätze, auf die man lediglich ein paar Zusatzgeräte für Senioren gestellt hat. Hier sollen vielmehr Jung und Alt auf altersgerechte Weise mit- und nebeneinander ihren Interessen nachgehen können.
Seniorenspielplatz?
Der »Seniorenspielplatz Schöningen« aus dem Jahr 1999 gilt als Vorreiter. Bislang hat er unter anderem in Bad Hersfeld, Heilbronn, Mannheim, Burghausen, Nürnberg, Berlin, Buseck, Lampertheim, Lengerich, Bad Holzhausen und Büsum zur Nachahmung und Weiterentwicklung der Idee inspiriert. Zugleich entspann sich eine Diskussion um den Namen »Seniorenspielplatz«: Wollen ältere Frauen und Männer wirklich auf einen »Spielplatz« gehen? Klingt das nicht despektierlich?
Je nach inhaltlicher Ausrichtung der Anlagen hat man an den verschiedenen Standorten Namen gefunden wie »Mehrgenerationenplatz«, »Bewegungspark«, »Generationen-Aktiv-Platz« oder »Garten der Generationen«. Die Namensdebatte hält weiterhin an.
Die Angebote reichen von sportlichen Betätigungen wie altersgemäßes Krafttraining, Gymnastik zur besseren Bewegungskoordination bis hin zu »Outdoor-Aktivitäten« wie Nordic-Walking oder Schach mit Großfiguren. Gemeinsam mit der Familie oder jede Altersgruppe für sich allein – aber in Sichtweite.
Aktivierung und Anleitung
Kinder brauchen im Allgemeinen nicht zum Klettern, Buddeln und Toben animiert werden. Senioren müssen dagegen oft erst einmal davon überzeugt werden, dass sie nicht zu alt sind, um sich in aller Öffentlichkeit sportlich zu betätigen oder miteinander zu spielen. Zudem braucht es meist eine einweisende Hilfe an den speziell für Ältere entwickelten Bewegungsgeräten.
Aus diesem Grund haben vor Ort Sport- und Seniorenvereine verschiedene Gesundheits- und Fitnessgebote an die Generationenspielplätze angebunden, etwa Nordic-Walking-Kurse, Tai Chi oder Gymnastik. In den warmen Monaten dienen die Anlagen zudem als Ort für Gemeindefeste und für gemeinsame Freizeitaktionen von Jugendzentren und Seniorenheimen, und auch als Bühne für Freilichtkonzerte und Theateraufführungen.
Ziel all dieser Aktivitäten ist es, älteren Menschen das „öffentliche Draußen“ für ihre Freizeit und Gesundheit wieder zu erschließen.
Seniorengerecht
Was kennzeichnet einen seniorengerechten »Spielplatz«? Ältere Menschen haben oftmals nur wenig Erfahrung im Umgang mit Fitness-Geräten. Bestimmte Bewegungen sind für eingerostete Muskeln und Gelenke zudem nicht ganz ungefährlich. Deshalb sollte an jedem Gerät eine einfache und aussagekräftige Übungsanleitung angebracht sein: Auf welche Weise dient das Gerät der Gesundheit, wie werden ungewollte Folgen vermieden, welche Sicherheitshinweise gilt es zu beachten?
Zudem sollte sich die Infrastruktur der Gesamtanlage an die Belange und Bedürfnisse von Älteren anpassen. So dürfen zum Beispiel leicht erreichbare und saubere Toiletten nicht fehlen, und ein kleines, in das Areal integriertes Café wird jede Altersgruppe erfreuen.
Auch empfiehlt es sich, die Bereiche für Jung und Alt nicht wild durcheinander anzulegen. Neben Zonen, in denen Kinder nach Herzenslust toben und lärmen dürfen, muss es stille und schattige Bereiche geben, in denen die Älteren ungestört Boccia oder Großfigurenschach spielen oder einen Gymnastikkurs absolvieren können.
Wenn alle ihren Platz haben, finden sie leicht auch wieder zusammen.








