Blasenschwäche – Beckenbodentraining für Frauen und Männer

Eine Blasenschwäche muss kein Grund sein, auf Sport zu verzichten. Im Gegenteil: Sport und ein gezieltes Beckenbodentraining sind die effektivsten nichtmedikamentösen Mittel, eine Blasenschwäche zu beseitigen.

Es gibt viele Gründe für eine Blasenschwäche (Inkontinenz). Sie kann nach einer Operation oder einem Unfall auftreten. Oder sie ist die Folge von chronischem Übergewicht, eines Diabetes mellitus und einer Gebärmuttersenkung bei Frauen oder einer Prostatavergrößerung bei Männern. Außerdem gibt es unterschiedliche Formen der Blasenschwäche. Bei Frauen kommt die Belastungs- und Harndrang-Inkontinenz am häufigsten vor, bei Männern die Tropfen- und Überlauf-Inkontinenz.
Gemeinsam ist allen Formen, dass der Verschlussmechanismus der Blase gestört ist. In der Folge kommt es gehäuft zu unfreiwilligem Harnverlust. Sei es beim Heben von Lasten, beim Hüpfen, Husten und Lachen – weil der Blasenausgang nicht mehr richtig schließt. Oder Tag und Nacht auch ohne konkreten Anlass – weil sich die Blase nicht mehr vollständig leeren lässt und die Betroffenen das Gefühl des ständigen Harndrangs quält.

Tabuthema Blasenschwäche

Eine Blasenschwäche ist den Frauen und Männern meist sehr peinlich. Obwohl Fachleute davon ausgehen, dass jenseits von 60 Jahren fast 30 Prozent der Frauen und etwa 20 Prozent der Männer von mehr oder minder schweren Formen der Inkontinenz betroffen sind, ist es ein Tabuthema. Darüber spricht man nicht.
Die Betroffenen ziehen sich häufig zurück, meiden gemeinsame sportliche Betätigungen mit anderen und verschlimmern damit ihr Problem. Denn Bewegungsmangel führt zum einen schnell zu Übergewicht, was den so genannten Beckenboden belastet. Zum anderen wird die Muskulatur des Beckenbodens zunehmend schwächer, was wiederum die Inkontinenz verstärkt.

Der Beckenboden

Bei einer Blasenschwäche ist fast immer die Muskulatur des Beckenbodens geschwächt. Glücklicherweise kann sie durch ein gezieltes Training jederzeit so weit wieder aufgebaut werden, dass die Blasenschwäche gelindert oder sogar beseitigt werden kann.

Der Beckenboden ist eine schüsselförmige Anordnung dreier Muskelschichten, die den Bauchraum nach unten abschließen und somit das Gewicht der inneren Organe tragen. Die äußere Schicht umschließt wie eine Acht die Harnröhre (bei Männern auch das innere Ende des Penis). Quer dazu verläuft zwischen den Sitzbeinhöckern die mittlere Schicht, während sich die innere Schicht vom Schambeinknochen bis zum Steißbein spannt.

Alle drei Schichten erfüllen wichtige Aufgaben für den Blasenverschluss und können gezielt trainiert werden.